Die Welt retten mit Gabel und Löffel
Essen und dabei die Umwelt schützen?
Prächtig tafeln und dabei etwas für die Umwelt tun? Das scheint auf den ersten Blick paradox zu sein. Dass wir mit unserer täglichen Entscheidung, was wir essen, einen größeren und nachhaltigeren Einfluss auf unsere Mitwelt haben, als mit der Verwendung von Energiesparlampen und Spülstopp-Tasten, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Wenn man auf Fleisch- und Milchprodukte konsequent verzichtet, könnte man die Dusche 24 Stunden am Tag laufen lassen und das ununterbrochen 365 Tage lang und würde damit immer noch weniger Wasser pro Jahr verbrauchen als jemand der regelmäßig Fleisch- und Milchprodukte konsumiert.
Wir machen ein Projekt
Als wir in unserer Agenda-Gruppe zum ersten Mal etwas von diesen Zusammenhängen hörten, waren wir auch sehr überrascht und beschlossen, mehr darüber in Erfahrung zu bringen. Bald war klar, dass wir dazu eine Projektwoche veranstalten wollen. Nach und nach nahm das Projekt Gestalt an. In verschiedenen Projektgruppen wollten wir uns mit den unterschiedlichen Aspekten einer veganen Lebensweise beschäftigen. Neben der theoretischen Beschäftigung wollten wir aber auf jeden Fall auch veganes Essen ausprobieren.
Mit Unterstützung geht es besser
Dafür brauchten wir Unterstützer und die fanden wir. Etliche junge Leute aus der Bio-Kiste Leipzig e.V. waren gern bereit, uns beim Projekt und insbesondere beim veganen Kochen zu helfen. Wir hatten außerdem die Idee, am Ende eine Projektpräsentation für die ganze Schule zu veranstalten und dabei auch ein veganes Buffet zum Verkosten anzubieten. Um die Leckereien für das Buffet nicht alle kaufen zu müssen, schrieben wir verschiedene Hersteller von Bio-Lebensmitteln an und fragten in den lokalen Bio-Läden nach. Von einigen Leipziger Bio-Läden wurden wir dann schließlich auch mit Lebensmittelspenden unterstützt und von der Firma Rapunzel-Naturkost bekamen wir eine große Kiste mit veganen Lebensmitteln.
Intensive Arbeit in den Kleingruppen
Intensiv wurde nun in den verschiedenen Arbeitsgruppen geforscht, recherchiert, gebastelt, diskutiert, gelesen, geprobt und dokumentiert. Bei der abschließenden Projekt-Präsentation, zu der alle Schüler der Schule herzlich eingeladen waren, also nicht nur die aktiven Projekttteilnehmer, stellen die einzelnen Arbeitsgruppen die Ergebnisse ihrer Arbeit vor.
Der Weg des Soja
In der Form eines kleinen Theaterstückes präsentierte eine Arbeitsgruppe die Probleme rund um den Anbau von Soja. Mehr als 90% der weltweiten Sojaernte dient als Viehfutter. Um immer mehr Flächen für den Anbau von Soja zu gewinnen, wurden zum Beispiel im Verlauf der letzten 40 Jahre 40% des Regenwaldes in Mittelamerika abgeholzt. Die Zerstörung der „grünen Lunge“ unserer Erde verschlechtert die Klimasituation, zahllose Pflanzen- und Tierarten gehen für immer verloren. Weil die Flächen zum Futtermittelanbau verwendet werden, steht der einheimischen Bevölkerung häufig kein Land mehr zur Verfügung um Nahrungsmittel für den eigenen Bedarf zu erzeugen.
Massentierhaltung
Eine Arbeitsgruppe hatte sich mit dem Thema Massentierhaltung beschäftigt. Aus Wolle und Stoff hatten sie ein Huhn in Lebensgröße gebastelt und dazu ein Gehege, das dem Platz entspricht, den ein Huhn in der Massentierhaltung hat. So anschaulich präsentiert, prägt sich das viel nachhaltiger ein. Neben der Belastung der tierischen Lebensmittel mit Hormonen und Antibiotika sind auch die Abermillion Tonnen von Exkrementen, die die Tiere in der industriellen Landwirtschaft permanent erzeugen ein großes Problem, da unter anderem das Trinkwasser stark davon belastet ist.
Anders essen
Täglich kochte eine wechselnde Gruppe von Schülern mit einem oder zwei Erwachsenen zusammen ein leckeres veganes Gericht, das sich die Projektteilnehmer mittags schmecken ließen. Für viele war das eine spannende neue Erfahrung. Vegane Ernährung bedeutet nicht Verzicht, also sich traditionelle Gerichte vorzustellen und dann Fleisch, Käse, Sahne, Butter und Eier wegzudenken, sondern eine leckere Vielfalt von Genüssen.
Ein voller Erfolg
Es gab viele positive Rückmeldungen zu unserem Projekt von allen Seiten. Den Zusammenhang zwischen Ernährung und Umweltschutz zu sehen, war für viele neu. Vegane Ernährung bedeutet weniger Landverbrauch, weniger Wasserverbrauch, weniger Energieverbrauch und eine geringere Belastung von Boden, Luft und Wasser.
Weil das Projekt so gut ankam, soll es im neuen Schuljahr eine zweite Auflage geben.
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